Was wir sind

Den Vespa Club von Deutschland e.V. (kurz VCVD) gibt es fast so lange, wie die Vespa die Welt begeistert.

Die Ur-Vespa wurde 1946 von Enrico Piaggio bzw. seinem Mitarbeiter, Ingenieur Corradino D´Ascanio, entwickelt. Er baute nach dem Krieg aus Flugzeugteilen einen Roller, um im Nachkriegsitalien ein erschwingliches Fortbewegungsmittel zu bieten.

Im Laufe der Zeit wurden die Modelle immer eleganter und trugen auch in Deutschland nachdrücklich zum Wiederaufbau des Landes („Wirtschaftswunder“) bei. Die Vespa umwehte immer schon der Hauch des Besonderen, und von daher entwickelte sie sich schnell vom reinen Fortbewegungsmittel zum Kultobjekt, mit dem man sich gerne zeigte.

Schon in den Anfangsjahren organisierten sich Vespafahrer in ganz Europa, um sich gemeinsam zu Treffen und Ausfahrten aufzumachen. Die ältesten Clubs in Deutschland sind über 60 Jahre alt.

Von damals …
1952 dann gründeten Vertreter mehrerer regionaler Vespa-Clubs den Vespa Club von Deutschland, um das Clubleben in Deutschland stärker unter einem Dach zu bündeln. Die Initiative ging unter anderem von J.O. Hoffmann aus, dem Inhaber der Hoffmann-Werke in Lintolf bei Düsseldorf (die Hoffmann-Werke erhielten 1950 von Piaggio die Lizenz, mehrere Modelle der Vespa in Deutschland unter eigenem Namen zu fertigen). Zu den Gründungsclubs des VCVD gehörten die Vespa-Clubs Düsseldorf, Essen, Köln, Krefeld, Rheinhausen, Rhein-Wupper und Solingen.

Auf der konstituierenden Sitzung im Juli 1952 wurde Ernst-August Prinz zur Lippe zum ersten Präsidenten des Vespa Clubs von Deutschland gewählt. Zum Sportkommissar und damit Vizepräsidenten wählten die Delegierten den damaligen Rennfahrer Fritz-Huschke von Hanstein, der lange Jahre bei und für Porsche im Rennsport arbeitete. Ein weiterer Rennsportfahrer, der sich aktiv im VCVD engagierte, war Hans Stuck. Er war von 1958 bis 1975 Präsident des VCVD.

Nach und nach stießen aus allen Teilen Deutschlands neue Clubs zum Dachverband. Es entstand eine für die damalige Zeit typische elitäre Struktur: Da es etwas Besonderes war, eine Vespa zu fahren, mussten auch die Statuten besonders sein. Auf den Vespatreffen galten strenge Kleidervorschriften, ohne Anzug und Krawatte bzw. Abendkleid wurden die Gäste gar nicht erst zur Abendveranstaltung zugelassen. Und die war nicht einfach eine Party, wie sie heute gefeiert wird. Seit jeher bitten die veranstaltenden Clubs abends zum „Vespa-Ball“. Das gilt in weiten Teilen auch heute noch: Auf den offiziellen Treffen wird Wert auf gepflegtes Erscheinen gelegt.

Seit Beginn des VCVD war der Sport ein wichtiger Bestandteil des Clublebens. Schon früh richteten die Clubs Turniere auf der Straße und im Gelände aus, um den besten Fahrer zu ermitteln. In den 60er und 70er-Jahren gab es auch europäische Wettbewerbe. Und in den frühen 60er-Jahren organisierte der VCVD die legendären Langstreckenrennen auf dem Berliner Avus, bei denen sich die Fahrer aus ganz Europa maßen. Hauptbestandteil auf den Treffen waren allerdings die Wettbewerbe im Turnier und Trial.

Der Hype um den Sport ebbte im Laufe der Zeit ab. Das Interesse der Fahrer richtete sich eher auf Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsrennen. Unter Sportkommissar Manfred Brandt schuf der VCVD deshalb in den 1990er-Jahren die Deutsche Vespa-Sportmeisterschaft, eine Mischung aus verschiedenen Motorsportveranstaltungen, die vom Geschwindigkeitsrennen über Enduro-Rallyes bis hin zu Langstreckenfahrten reicht. Und auch an den Langstreckenrennen wie zum Beispiel dem 24-h-Rennen in Aschersleben beteiligt sich seit einiger Zeit ein VCVD-Team mit guten bis sehr guten Erfolgen.

… bis heute
Der Vespa Club von Deutschland versteht sich auch heute noch als Dachverband der deutschen Vespa-Clubs. 178 Ortsclubs (Stand September 2017) sind derzeit im VCVD organisiert. Rechnet man die Anzahl der dort organisierten Fahrer zusammen, dann vertritt der Vespa Club von Deutschland die Interessen von etwa 3.500 Vespafreunden und ist damit einer der größten Markenclubs Deutschlands. Anfang 2010 ist der VCVD Korporativmitglied im ADAC geworden. Hierüber können beispielsweise die Ortsclubs verschiedene Leistungen des ADAC abrufen, ohne gleichzeitig als Einzelmitglied selbst dem ADAC angehören zu müssen.

Moderne Kommunikation
Der VCVD ist auch kommunikativ im 21. Jahrhundert angekommen. Neben dem verbandseigenen Magazin Vespina werden die Mitglieder via elektronischem Newsletter über aktuelle Entwicklungen informiert. Daneben sorgen dieser moderne Internet-Auftritt sowie eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook (www.facebook.de/vcvd.ev) für zahlreiche Möglichkeiten, untereinander in Kontakt zu treten oder Informationen auszutauschen.

Vespina ist das offizielle Magazin des VCVD. Sie ist erstmals im Dezember 2009 erschienen, kommt alle drei Monate heraus und wird kostenlos an alle Ortsclubs im VCVD geschickt. Sie kann aber auch als Einzelexemplar für den Unkostenbeitrag von 12 Euro/vier Ausgaben bestellt werden. Die Auflage beträgt derzeit 1.000 Stück. Vespina erscheint immer im März, Juni, September und Dezember. Dazwischen kann es auch Sonderausgaben geben, die zu speziellen Themen verfasst werden.

In Vespina finden sich sowohl Nachrichten aus dem Verband (zum Beispiel über die Korporativmitgliedschaft im ADAC) als auch Berichte über die Vespatreffen und natürlich die Sportberichterstattung. Darüber hinaus finden sich technische Hilfestellungen oder Berichte über Außergewöhnliches rund um die Vespa. Die Vespina-Redaktion besteht aus einem festen mehrköpfigen Team sowie freien Mitarbeitern, die Bilder und Artikel zusteuern.

Gemeinsam …
Im touristischen Bereich sind die regelmäßig stattfindenden offiziellen Vespa-Treffen ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft. Mehrere Hundert Teilnehmer finden sich auf den Treffen ein, um gemeinsam bei Benzingesprächen zu fachsimpeln, sich in sportlichen Wettkämpfen zu messen oder einfach nur gemütlich miteinander zu feiern!

Die Vespisti belohnen seit jeher die Fahrerinnen und Fahrer mit der weitesten Anreise auf zwei Rädern. Das ist Anerkennung und Ansporn zugleich!

Und das auch international: Über den Vespa World Club hält der VCVD Kontakt zu mehr als 1.000 Vespa-Clubs in der ganzen Welt. Ein reger Austausch, vor allem auf europäischer Ebene, findet jährlich auf den Vespa World Days statt, dem größten Vespatreffen der Welt.

… mehr erleben!
Gemeinsam mit tausenden Vespisti seinem Hobby nachgehen und dabei dennoch einzigartig bleiben – kein anderes Zweirad verbindet die Menschen weltweit intensiver miteinander als die Vespa. Das kommt wahrscheinlich auch daher, dass sich Piaggio als Mutterkonzern der Marke Vespa in seiner Linienführung der Fahrzeuge – bis auf wenige Ausnahmen – bis heute treu geblieben ist. Eine Vespa von heute ist immer noch als Vespa zu erkennen, sie trägt die gleichen Grundzüge wie ihre legendäre Urahnin, die V98.

Damit dieses Erbe nicht verloren geht, kümmert sich der VCVD mit dem Historischen Register um den Aufbau einer Datenbank für historische Fahrzeuge. Technische Dokumentationen, Hilfe bei der Wertermittlung oder bei der Suche nach wertvollen Ersatzteilen – auch die alten Schätzchen haben beim VCVD einen hohen Stellenwert und werden gehegt und gepflegt.

Vespafahren bedeutet nicht, nur dem Neuen hinterherzulaufen. Vespafahren bedeutet auch, Traditionen zu wahren. Im Idealfall kombiniert man beides. Der VCVD steht für diese Ziele – Tradition und Moderne unter einem Dach zu bewahren und ein starker Interessensverband für seine Ortsclubs und deren Mitglieder zu sein.

Ohne Hilfe könnte der ehrenamtlich geführte VCVD das alles nicht schaffen. Der Vespa Club von Deutschland e.V. wird in seiner Arbeit stark unterstützt durch den Piaggio-Konzern. Und auch der ADAC mit seinem Markenclub-Team steht dem VCVD immer mit Rat und Tat zur Seite.

seit 1952